Kartoffelgratin

Nicht nur hierzulande gehört das Kartoffelgratin zu den beliebtesten Aufläufen. Man isst es als eigenständige Hauptmahlzeit oder serviert es alternativ als Beilage. Die klassische Variante wird mit Béchamelsoße verfeinert. Darüber hinaus gibt es weitere Abwandlungen, beispielsweise mit anderen Gemüsesorten und/oder gebratenem Hackfleisch aus dem Fleischwolf. Dank der stärkehaltigen Kartoffeln kommt dem Gratin eine sehr sättigende Wirkung zu. Deshalb wird es vorzugsweise zur Mittagszeit gegessen.

Geschichte und Entstehung des Kartoffelgratins

Seinen Ursprung hat das Kartoffelgratin in Frankreich. Dort wurde es im Jahre 1788 erstmalig als Gratin dauphinois am herzoglichen Hof von Clermont zu Tisch gebracht. Namensgebend ist die südostfranzösische Region Dauphiné. Im Laufe der darauf folgenden Jahre wurde das Rezept von Sterneköchen wie Auguste Escoffier weiter abgewandelt und modifiziert.

Oft wird der Auflauf fälschlicherweise mit den krokettenähnlichen Pommes dauphine verwechselt. Für diese Beilagenspeise brät man Kugeln aus Kartoffelpüree in heißem Fett aus und isst sie zusammen mit Fleischgerichten. Ein Synonym für die Kartoffelbälle lautet Pommes souflées.

Kartoffelgratin selber kochen

Für ein Kartoffelgratin benötigt man festkochende Kartoffeln, die während des gesamten Garvorgangs nicht zerfallen können. Zunächst werden die Kartoffeln unter fließendem Wasser kalt abgespült, von ihren Schalen befreit und anschließend in gleich große Scheiben geschnitten. Als Richtwert ist eine Dicke von etwa drei Millimetern ideal. Im nächsten Arbeitsschritt fettet man eine hitzebeständige Auflaufform großzügig mit Butter ein. Auf diese Weise bleiben die Kartoffelscheiben später nicht an der Form haften. Die Kartoffeln darin so anordnen, dass sie wie Dachpfannen aussehen. Für die Béchamelsoße werden Milch und Sahne auf mittlerer Flamme in einem offenen Topf aufgekocht. Bei Bedarf reduziert man die Hitze, um ein Anbrennen zu verhindern. Nach dem Kochen sollten ungefähr zwei Drittel der ursprünglichen Menge zurückbleiben. Vom Herd nehmen, mit Pfeffer, Salz und Paprikapulver würzen. Die Kartoffeln mit der Soße begießen, zum Schluss geriebenen Mozzarella darüberstreuen. Nach Wunsch zusätzlich einige Flocken Butter auf das Gratin geben. Eine halbe Stunde bei 180 Grad Celsius im vorgeheizten Ofen garen.

Kartoffelgratin – Rezeptideen

Bei Kartoffelgratin lässt sich das Grundrezept auf verschiedene Arten abwandeln.

Für eine frühlingshafte Variante gibt man frisches Marktgemüse mit in die Sahnesoße. Die übrigen Zubereitungsschritte bleiben dabei unverändert.

Um ein modernes Kartoffelgratin zu kreieren, werden die herkömmlichen Kartoffeln durch Süßkartoffelsorten ersetzt. Aufgrund ihrer orangen Farbe erhält der Auflauf zudem eine ansprechende Optik. Als Ergänzung kann man Karottenstifte zu den Süßkartoffeln hinzufügen. Statt Béchamelsoße sollte man bei diesem Rezept auf Tomatensahnesoße zurückgreifen. Mit den süßen Kartoffeln bildet sie eine gelungenere geschmackliche Komponente.

Für festliche Anlässe eignet sich ein Gratin aus Kartoffelstampf. Hier entfällt das Schneiden, die Kartoffeln werden im Ganzen weich gekocht. Wenn sie gar sind, zerstampft man die Kartoffeln zu Brei. Die Konsistenz darf durchaus noch etwas stückig sein. In eine gefettete Form geben, mit einem Becher Sahne übergießen und im Ofen braun werden lassen. Dazu passen Rinder- oder Schweinemedaillons.

Als ebenfalls festtagstauglich gilt die Kombination mit Lachs. Dafür wird ein Lachsfilet scharf angebraten oder in Alufolie verpackt im Ofen durchgegart. Den fertigen Fisch in Stücke teilen, nach Grundrezept ein Kartoffelgratin vorbereiten. Die Lachsstücke auf die geschichteten Kartoffelscheiben geben, mit Béchamelsoße bedecken und im Ofen gar werden lassen.

Ein Kartoffelgratin mit Würsten vereint Hauptspeise und Beilage. Etwa vier bis fünf Bratwürste klein schneiden und in der Pfanne braten. Zur Seite stellen, das Kartoffelgratin gemäß Grundrezept vorbereiten. Die Scheiben nicht schichten, sondern mit den Wurststücken ungleichmäßig in der Auflaufform verteilen. Mit der Béchamelsoße begießen und in den Ofen stellen. Statt Bratwürsten ist Hackfleisch ebenfalls geeignet. Für ein vegetarisches Gratin die Bratwurst durch fleischlose Würste ersetzen.